Language: DeutchEnglishNorwegian

RAUM 1680

DIE ÅRESTUE AUF NOMELAND

Årestuer sind Räume mit einer offenen Feuerstelle mitten im Raum und einer Luke im Dach für den Abzug des Rauchs. Sie waren gewöhnlich in jedem Haus in Setesdal. Auf Nomeland wurde die Årestue, auch Gamlestog (das alte Zimmer) um 1680 erbaut. 1821 wurde der Nystog (das neue Zimmer) gebaut. Gab es genug Schlafplätze, zog man dort ein. Das Haus hat mehrere Umbauten mitgemacht, aber die meisten Balken und nahezu das ganze Dach sind schon immer da gewesen. Der Russ liegt immer noch darauf.

Eine Årestue hatte einige feste Elemente. Die Feuerstelle(åre) mit dem Stein, der Zugluft und Wind abhält (blekkjestein), die Luke(ljoreåpning) im Dach und die Stange (ljorestang), mit der man die Luke auf- und zumacht, ein oder öfter zwei Betten ca. 1,60mx1,05m, die Eingangstür und daneben noch eine Tür, die früher in eine kleine Kammer führte, eine Art Säulen auf beiden Seiten der Tür, einen Schrank und Bänke (pad) an den Wänden entlang, einen langen Tisch aus einem ganzen Stück Kiefernholz und eine Bank zwischen dem Tisch und der Feuerstelle, eine Bank mit Rückenlehne (brugdebenk) und der charakteristische Schwingbalken (gjøya) über der Feuerstelle. Nomeland hat alle diese Elemente.

DIE FEUERSTELLE

Die Feuerstelle mit dem Windschutzstein.
So kann es auch sein
Dachluke und Lukenstange

Der zentrale Punkt der Årestua war natürlich die Feuerstelle. Sie dominiert den ganzen Raum. Hier wurde das Essen gekocht und von hier verbreitete sich etwas Licht und Wärme. Die alten Feuerstellen waren aus Holz und wurden von denen, die damit aufgewachsen waren, benutzt. Heute mussten wir Steine aus der Umgebung zum Bau der Feuerstelle benutzen, aber die Ausmasse sind geblieben. In einer Ecke gibt es einen quadratischen Stein, auf den man etwas Heisses setzen kann. Der Stein gegen Zugluft steht in Richtung Tür. Er sollte den Wind abhalten, wenn die Tür pløtzlich ganz auf flog. Mit offener Dachluke und offener Tür zog es gewaltig

SCHWINGBALKEN

Schwingbalken und Eingangstür

Befestigung an der Wand

Befestigung für die Töpfe

Der Schwingbalken hielt die Töpfe über dem Feuer. Auf die Weise erhielt man den richtigen Abstand zu den Flammen, oder konnte den Topf zur Seite ziehen. Für so einen Schwingbalken musste man eine Kiefer finden, die zwei gleich grosse Wurzeln auf jeder Seite des Stammes hatte. Es sagt sich von selbst, dass das schwierig war. Anders Dalseg fand eine solche Kiefer in Bygland. Der ursprüngliche Schwingbalken auf Nomeland wurde um 1920 verkauft.

 

Tisch und Bank mit Rückenlehne

Bett und Schrank

Tür, Säulen und Bank

Der Tisch ist der originale, der noch Russ auf der Unterseite hat. Leider wurde er einmal in der Mitte geteilt, aber heute ist er wieder zusammen gesetzt worden. Solche Tische sollten aus einem einzigen Stück Kiefernholz sein. An der Schmalseite des Tisches sass immer der Bauer. An den Wänden entlang sind Bänke befestigt, auf denen man sass, und die Aufbewahrungsplatz boten. Da, wo Wand und Boden zusammen stiessen, legte man zwei Bretter und füllte sie zur Isolation mit Erde. Auf der Bank mit Rückenlehne sass immer der Besitzer und seine Frau, dort sass es sich am Besten und es war auch der wärmste Platz. Zwischen Tisch und Feuerstelle gab es eine Sitzbank

Das Normalmass der Betten war 1,60m x 1,05m. Unter dem Bett war Platz für die Aufbewahrung von Brennholz. Damals waren die Leute kleiner und sie schliefen halbsitzend. Es ist eine Mythe, dass man in dieser Stellung schlief, um dem Feind schneller begegnen zu können. Setesdal war ein friedlicher Fleck auf Erden. Man prügelte sich oft und gerne, aber man überfiel einander nicht in der Nacht. Das heutige Bett ist 1,20m x 2,00m gross, um ein bequemes Doppelbett zu sein. Im Schrank der Årestua wurde dünnes Fladenbrot und anderes Essen aufbewahrt. Heute ist da die Bettwäsche untergebracht. An der einen Säule, die die Tür mit umrahmt, sieht man die Hiebe der Axt. Man begradigte einmal die Wände, um sie zu verkleiden. Die andere Tür und die Säulen sind unbeschädigt. An der Tür gab es oft eine kleine Bank, Vagabundenbank genannt. Hier sollten die sitzen, die man nicht gerne hereinlassen wollte.

Der Boden der Årestue besteht aus breiten Planken aus Ljosdalen. Sie sind mit Holznägeln im Unterboden befestigt. Früher gab es eine viel höhere Türschwelle. Das erlaubte eine kleine, leicht bewegliche Tür, ohne dass es beschwerlich war einzutreten. Ausserdem verminderte das die Zugluft. Geschichten, die erzählen, dass Leute sich herunterbeugen mussten, so dass man ihnen den Kopf abhacken konnte, sind reine Erfindungen., erheitern jedoch die heutigen Zuschauer.Der Grund war eher praktisch und weniger touristenfreundlich. In einer Kultur, wo die Vorstellung von Ehre bedeutsam war, konnte man sich gegenseitig in einem ehrlichen Kampf umbringen, aber nicht aus dem Hinterhalt.

NUTZUNG

Die Årestua eignet sich gut zur Übernachtung. Wenn mehr als zwei mit der Möglichkeit fast unter freiem Himmel zu liegen, übernachten möchten, gibt es genug Liegen und Matratzen.

Möchte man ein grosses Fest feiern, passen 30 Personen um den langen Tisch und einige kleinere Tische, die man in der Scheune findet.

Arrangiert man ein Konzert, passen noch mehr Personen hinein. Der Spielmann steht normalerweise an der Tür neben dem Bett, und mehr Zuhörer haben Platz im Gang davor.

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